Heilpflanze im Monat Juli

Odermennig

Agrimonia Eupatoria 

Odermennigbluete

Pflanzenfamilie: Rosengewächse (Rosaceae)

Volksnamen: Heil aller Schäden, Kirchturm, Leberklette, Leberkraut, Magenkraut, Königskraut, Sängerkraut
Heilwirkungen: blutstillend, entzündungshemmend, stopfend, leber-und galleanregend, harntreibend, appetitanregend, wurmwidrig, zusammenziehend
Hauptinhaltsstoffe: Catechin-Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide

Namenserklärung: Der Name Odermennig ist die deutsche Ableitung der lateinischen Gattungsbezeichnung Agrimonia.

Bei der lateinischen Bezeichnung  Agrimonia eupatoria  bezieht sich der Gattungsname Agrimonia sich auf den bevorzugten Standort  griech. agrós ? Feld; moné ? Wohnort. Der Artname eupatoria ist vermutlich auf den König von Pontus, Mithridates Eupator zurückzuführen. Ein Hinweis hierauf ist die im Mittelalter benutzte Bezeichnung Königskraut. 

Odermennig h

Fruchtstand oderm

Pflanetenzuordnung Signatur: Jupiter auf Grund seiner aufrechten, strahlenden Gestalt , Venus, weil der Odermennig ein lieblich duftendes Rosengewächs mit einer schönen Blüte ist.

gelb= Signatur für Leber-Galle-Heilpflanze, Klettenfrüchte sind ein Hinweis auf krebswidrige Pflanze

Pflanzenbeschreibung: anspruchslose ausdauernde Heilpflanze, 1m hoch, die Blüten erblühen an langen Blütenstengeln von unten nach oben in den Monaten Juli bis September, Verbreitung durch kleine Klettenfrüchte

Standort/Blütezeit

Sonne/ Juni mehrjährig, winterhart, 60 cm

Wissen aus alter Zeit Volksheilkunde

Odermennig ist eine in Vergessenheit geratene Heil- und Zauberpflanze. Zu einem Liebestrank gebraut, soll  ein Mann damit die Zuneigung einer unwilligen Frau gewinnen. 

In einer medizinischen Schrift aus dem Mittelalter steht: "Liegt Odermennig unter eines Menschen Bett, schäft er wie ein Toter und wacht erst wieder auf, wenn die Pflanze entfernt wird. "

In der Volksmedizin ist der Odermennig der König der Heilkräuter und er wird als Tee für unendlich viele Krankheiten eingesetzt. Ein Hauptanwendungsgebiet sind Leber-Galle- und Verdauungsbeschwerden. Aber auch bei Husten-Schnupfen und Halsweh leistet er gute Dienste. Im 15. Jahrhundert war Odermennig Hauptbestandteil der "Arquebusade" einem Wundwasser, mit dem auf dem Schlachtfeld Schußwunden verarztet wurden. Die Wirkung basiert auf dem hohen Kieselerdegehalt der Pflanze.

Als Tee, Tinktur oder Pulver eingenommen, soll er auch bei Krebserkrankungen gute Heilimpulse setzen und die bei der Chemotherapie auftretenden Nebenwirkungen wie Übelkeit mildern. Bei Halsschmerzen-, Zahnfleischentzündung, Mundsoor, Aphten hilft Odermennigtee als Gurgelmittel, weil er Gerbstoffe enthält.

Für eine Leber-und Gallekur für 4 Wochen 3 mal pro Tag eine Tasse Odermennig-Tee trinken. 

 Bachblüte:

 Agrimony ist die Bachblüte für die Ehrlichkeit. Sie paßt zu den Menschen, die nach außen immer den schönen Schein waren und nach außen eine Rolle spielen und in einer scheinbaren Harmonie leben.

Aktuelle Anwendungen Medikamente

Aufguß: Sanftes Heilmittel bei Durchfall vorallem für Kinder.

Tinktur: (wirkt noch stärker austrocknend als der Aufguß) bei Blasenkatarrh, Harnwegsinfekten, Bronchitis, starker Monatsblutung

Umschlag aus den Blättern bei Migräne

Gurgelmittel: Bei Halsschmerzen und Katarrh.

Waschlösung: Der Aufguß wird zur Reinigung von Wunden, Verletzungen, Ekzemen und offenen Beinen verwendet.

Kontraindikation

Wegen der adstringierenden Wirkung sollte Odermennig bei Verstopfung nicht angewendet werden.   
Der Reichenauer Mönch Walahfried Strabo hat mit seinem Lehrgedicht "Hortulus" im Jahre 827 ein frühes botanisches Werk geschaffen. ODERMENNIG , agrimonia eupatoria
Leicht erkennt man hier auch, in Reihen zierlich geordnet,
Odermennig, der zahlreich die Fluren ringsum bekleidet
Und in dem kargen Schatten der Wälder gedeiht und sich findet.
Mannigfach ehrt ihn der Ruf seiner heilsamen Kräfte, besonders
Zähmt er, zerrieben getrunken, die scheußlichen Schmerzen des Magens.
Hat ein feindliches Messer uns einmal am Körper verwundet,
Rät man uns wohl, zu seiner Hilfe Zuflucht zu nehmen,
Aufzulegen der offenen Stelle zerstoßene Keime,
Um durch dieses Verfahren Gesundheit wieder zu finden,
Wenn der Umschlag dazu noch mit beißendem Essig getränkt wird.

 Quellen: Die Kräuter in meinem Garten, Naturmedizin Heilkräuter ISBN 3-405-14554-6